Was ist ein “Cookie”?
Wikipedia gibt als Erklärung für einen Cookie an:
Ein Cookie [ˈkʊki], auch Magic Cookie (vom englischen Wort für Plätzchen bzw. magisch. Deutsche Entsprechung: Profildatei) ist ein kurzer Eintrag in einer meist kleinen Datenbank bzw. in einem speziellen Dateiverzeichnis auf einem Computer und dient dem Austausch von Informationen zwischen Computerprogrammen oder der zeitlich beschränkten Archivierung von Informationen. Ein Cookie besteht aus mindestens zwei Bestandteilen, seinem Namen und dem Inhalt oder Wert des Cookie. Außerdem können Angaben über den zweckmäßigen Gebrauch vorhanden sein. Die Datenbank kann oft vom Benutzer des Computers ohne besondere Hilfsmittel nicht eingesehen oder verändert werden.
Das erklärt den technischen Hintergrund von Cookies schon sehr gut, der Anwendungsbereich im Affiliate Marketing ist damit aber noch nicht getroffen.
Cookies im Affiliate Marketing
Im Affiliate Marketing sind Cookies unumgänglich, um Sales und Leads später auch dann direkt einem Affiliate zuordnen zu können, wenn der geworbene Kunde, nicht direkt nach dem Klick auf das Werbemittel einen Vertrag abschließt oder einen Einkauf tätigt.
Um in einem solchen Fall auch später noch die betreffende Aktion dem Affiliate direkt zuordnen zu können, werden in die Cookies alle entscheidenden Informationen geschrieben, etwa die ID des Affiliates beim Partnerprogramm(-Netzwerk).
Cookie-Missbrauch
Bei wenig ehrlichen Affiliates hat es sich die Unart eingestellt, die Cookies auch schon ohne den Besuch des Kunden zu setzen.
Dafür wird etwa die Landingpage des Partnerprogramms schon in einem winzigen IFrame geladen, das der Besucher nicht sieht. So werden dem Affiliate später auch Einkäufe zugeordnet, die gar nicht über seine Seite getätigt wurden.
Ein kleines Beispiel dazu:
Besucher Herr Meier findet über Google die Seite von Affiliate Herrn Schwarz und informiert sich dort zu dem Thema Mobiltelefone.
Herr Schwarz aber hat die Landingpage eines großen Computer-Herstellers schon in einem 1×1 px großen IFrame geladen.
Herr Meier verlässt die Seite nach 20 Sekunden wieder, weil er nicht die passenden Informationen gefunden hat.
Drei Tage später ruft Herr Meier die Seite des großen Computerherstellers (dessen Landingpage Herr Schwarz schon in einem IFrame drei Tage zuvor geladen hat) auf und kauft dort einen Computer.
Herr Schwarz hat drei Tage zuvor mit der per IFrame eingebundenen Landingpage bei Herrn Meier ein Cookie auf dessen PC platzieren können.
Durch diesen Cookie erhält Herr Schwarz nun eine Provision für den Einkauf des Herrn Meier; Obwohl Herr Schwarz überhaupt gar nicht dafür gesorgt hat, dass der Herr Meier auf der Seite des Computerherstellers landet. Denn die Seite kannte der Herr Meier schon und hat die Internet-Adresse direkt in die Adresszeile getippt.
Merchants und Affiliate-Netzwerke gehen bei einem solchen Verhalten – zu Recht! – sehr rigoros vor und stornieren alle Sales, die illegal erworben wurden. Oftmals müssen ältere Provisionen dann auch zurückgezahlt werden und die Partnerschaft wird beendet.
Daher: Cookies sollte man nur auf natürlichem Wege “verteilen”. Den einfachen, aber nicht fairen Weg sollte man besser nicht gehen.
Nachteil von Cookies
Ein entscheidender Nachteil von Cookies ist der, dass Cookies nicht ewig haltbar sind und zudem manuell vom Benutzer gelöscht werden können.
In aller Regel ist spätestens nach zwei Wochen die Laufzeit eines Cookies beendet, Verkäufe und Anmeldungen werden dem Affiliate dann auch nicht mehr zugeordnet.
Gleiches passiert, wenn der Kunde manuell seine Cookies löscht (etwa um den PC zu bereinigen). Auch dann ist alles verloren.
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